Der Angebotspreis ist einer der wichtigsten Faktoren für einen erfolgreichen Immobilienverkauf.
Der größte Fehler passiert oft schon vor dem ersten Inserat
„Unser Nachbar hat sein Haus für 850.000 Euro verkauft – dann müsste unseres mindestens genauso viel wert sein.“ Solche Aussagen hören wir regelmäßig. Sie sind verständlich, führen jedoch häufig zu falschen Erwartungen. Jede Immobilie ist einzigartig. Zwei Häuser in derselben Straße können – trotz ähnlicher Größe – einen deutlich unterschiedlichen Marktwert haben. Lage, Zustand, Ausstattung, Grundstück, Energieeffizienz oder Modernisierungen beeinflussen den tatsächlichen Wert erheblich. Deshalb beginnt ein erfolgreicher Immobilienverkauf nicht mit dem Inserat, sondern mit einer realistischen und fundierten Marktwertermittlung.
Warum der richtige Angebotspreis so wichtig ist
Der Angebotspreis entscheidet darüber, • wie viele Interessenten Ihre Immobilie sehen, • wie viele Besichtigungstermine vereinbart werden, • ob mehrere Kaufangebote entstehen, • wie lange Ihre Immobilie am Markt bleibt und • welchen Verkaufspreis Sie am Ende tatsächlich erzielen. Viele Eigentümer glauben, dass ein höherer Angebotspreis automatisch mehr Verhandlungsspielraum schafft. In der Praxis ist häufig das Gegenteil der Fall. Bleibt eine Immobilie über Monate online, fragen sich Interessenten: • Warum wurde sie noch nicht verkauft? • Gibt es versteckte Mängel? • Ist der Preis unrealistisch? Dadurch sinkt häufig das Interesse – und spätere Preisreduktionen wirken sich oft negativ auf die Verhandlungsposition aus.
Was beeinflusst den Wert einer Immobilie?
Eine professionelle Immobilienbewertung berücksichtigt zahlreiche Faktoren. Dazu gehören unter anderem: 📍 Die Lage Die Lage ist einer der wichtigsten Wertfaktoren. Dabei spielen beispielsweise eine Rolle: • Gemeinde • Infrastruktur • öffentliche Verkehrsanbindung • Einkaufsmöglichkeiten • Schulen und Kindergärten • Freizeitangebote • Aussicht • Lärmbelastung • zukünftige Entwicklungen im Umfeld Gerade in Vorarlberg unterscheiden sich die Immobilienpreise teilweise schon zwischen benachbarten Gemeinden deutlich.
🏡 Das Grundstück
Bei Einfamilienhäusern oder Baugrundstücken sind zusätzlich unter anderem wichtig: • Grundstücksgröße • Zuschnitt • Hanglage • Ausrichtung • Erschließung • Bebauungsmöglichkeiten • Sonneneinstrahlung
🏠 Das Gebäude
Auch das Gebäude selbst spielt eine zentrale Rolle. Bewertet werden unter anderem: • Baujahr • Bauweise • Zustand • Dach • Fenster • Heizung • Dämmung • Modernisierungen • Energieeffizienz
✨ Die Ausstattung
Nicht jede hochwertige Ausstattung erhöht den Marktwert im gleichen Ausmaß. Wertsteigernd können beispielsweise sein: • Wärmepumpe • Photovoltaikanlage • hochwertige Küche • moderne Bäder • Parkettboden • Fußbodenheizung • Smart-Home-Technik • Lift • Garage oder Carport
📈 Die aktuelle Marktsituation
Der Immobilienmarkt verändert sich laufend. Einfluss nehmen unter anderem: • Zinsentwicklung • Angebot und Nachfrage • wirtschaftliche Entwicklung • regionale Bautätigkeit • Finanzierungsmöglichkeiten Eine Bewertung sollte deshalb immer auf aktuellen Marktdaten basieren.
Warum Online-Bewertungsrechner nur eine erste Orientierung bieten
Im Internet gibt es zahlreiche Rechner, die innerhalb weniger Minuten einen Immobilienwert ausgeben. Diese Tools können einen groben Richtwert liefern – ersetzen jedoch keine individuelle Bewertung. Denn sie berücksichtigen häufig nicht: • den tatsächlichen Zustand der Immobilie, • Modernisierungen, • besondere Ausstattungsmerkmale, • Mikrolage, • Aussicht, • Lichtverhältnisse, • Grundstücksbesonderheiten oder • regionale Marktgegebenheiten. Eine persönliche Besichtigung liefert daher meist ein deutlich genaueres Ergebnis.
Welche Bewertungsverfahren gibt es?
Je nach Immobilie kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Vergleichswertverfahren Hier werden tatsächlich erzielte Verkaufspreise vergleichbarer Immobilien herangezogen. Dieses Verfahren eignet sich besonders für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser. Sachwertverfahren Beim Sachwertverfahren werden der Bodenwert und der Wert des Gebäudes unter Berücksichtigung des Alters und der Abnutzung ermittelt. Es wird häufig bei selbst genutzten Wohnhäusern angewendet. Ertragswertverfahren Dieses Verfahren kommt vor allem bei vermieteten Immobilien oder Anlageobjekten zum Einsatz. Maßgeblich sind dabei die nachhaltig erzielbaren Mieteinnahmen und die laufenden Bewirtschaftungskosten. In der Praxis werden häufig mehrere Bewertungsansätze miteinander kombiniert, um ein möglichst realistisches Bild zu erhalten.
Häufige Fehler bei der Preisfestlegung
Aus unserer Erfahrung gibt es einige typische Fehler, die den Verkauf erschweren können: ❌ Der Preis wird am Wunschbetrag orientiert und nicht am Markt. ❌ Vergleich mit Inseraten statt mit tatsächlich erzielten Verkaufspreisen. ❌ Emotionale Bindung an die Immobilie beeinflusst die Preisvorstellung. ❌ Renovierungskosten werden vollständig auf den Verkaufspreis aufgeschlagen. ❌ Preisanpassungen erfolgen erst nach langer Vermarktungsdauer. Eine realistische Preisstrategie schafft dagegen Vertrauen und erhöht die Chancen auf einen erfolgreichen Verkauf.
Checkliste – Ist Ihre Immobilie bereit für eine Bewertung?
Häufige Fragen
Unser Fazit
Der richtige Angebotspreis ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer sorgfältigen Analyse. Wer seine Immobilie realistisch bewertet, schafft die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Verkauf. Eine fundierte Marktwertermittlung hilft dabei, unnötig lange Vermarktungszeiten zu vermeiden, ernsthafte Kaufinteressenten anzusprechen und den tatsächlichen Marktwert Ihrer Immobilie bestmöglich auszuschöpfen. Bei Tsimmo erhalten Sie keine automatisierte Schätzung, sondern eine persönliche und nachvollziehbare Marktpreiseinschätzung. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Immobilie, analysieren den regionalen Markt in Vorarlberg und entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine Preisstrategie, die zu Ihren Zielen passt. Wenn Sie wissen möchten, welchen Wert Ihre Immobilie aktuell hat, beraten wir Sie gerne in einem unverbindlichen Erstgespräch.
Quellen
- Österreichischer Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI) – Fachinformationen zur Immobilienbewertung
- Wirtschaftskammer Österreich (WKO) – Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder
- Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) – Gesetzliche Grundlagen
- ÖNORMEN und anerkannte Bewertungsverfahren (Vergleichswert-, Sachwert- und Ertragswertverfahren) als fachliche Standards der Immobilienbewertung.
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